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2005/2006     Noël Coward

HOCHZEITSREISE

Burghofbühne Dinslaken (Intendanz: Thorsten Weckherlin)

Darsteller: Sabine Weithöner, Lena Münchow, Christian Furrer, Philipp Sebastian

Ausstattung: Amanda Siegert, Dramaturgie: Lars Helmer, dramat. Beratung: H. Fülle, H.J. Pullem

 

> Neue Ruhr Zeitung NRZ, 11.11.2005

Fegefeuer der Oberflächlichkeit

Die Burghofbühne zeigte mit "Hochzeitsreise" von Noel Coward ein modernes Stück über die Illusion Liebe

Sybil ist verliebt. Wenig­stens scheint es so, sie ist in den Flitter­wochen. Mondän posiert sie für das Pub­likum, und in ihrem weißen Kleid vor weißer Leinwand sieht sie aus wie jene Dame aus der Waschmittelwerbung der 20er Jahre. "Hochzeitsreise" heißt Noel Cowards Komödie von 1930, die am Mittwoch in der Kathrin-Türks-Halle Premiere in der Inszenierung von Frank Riede hatte.

Dem Zuschauer dämmert es schnell. Die werbeweiße Glanzfassade hat tiefe Risse, unter dem Lack sitzen Leidenschaft, Ag­gression und Abgründe wie Schimmelpilz. Es kommt, wie es kommen muss. Amanda (Sabine Weithöner) und Elyot (Philipp Se­bastian) finden wieder zu einander, für die handgreiflichen Streitereien, die die Bezie­hung vorher zerstörten, gibt es eine einfa­che wie folgerichtige Erklärung: "Die Lie­be war schuld." Das alte, neue Paar flieht ins Liebesnest, Sybil (Lena Münchow) und Victor (Christian Furrer) bleibt nur eines: sie kommen zusammen.

"Zum Teufel mit der Liebe." Amanda und Elyot erfinden das praktische Ritual, ihre neuen Streitereien mit "Sodom" zu been­den. Dann werden 120 Sekunden rück­wärts gezählt und das Publikum hat ob der Echtzeit auf der Bühne etwas zu lachen. Ansonsten: ein ewiger Wechsel aus Lie­bes- und Hasstiraden, alles hübsch ver­packt. Für die vier gut aussehenden Men­schen ist die Szenerie ein Laufsteg der Eitelkeit, man posiert zum Publikum, ist Vamp und Model zwischen sechs großen Scheinwerfern (Ausstattung Amanda Sie­gert).

Dazu schwelgen die Art-Deco-Pärchen in klebrigen Violinenklängen der 30er Jahre. Dann parodiert sich die Inszenierung selbst. Elyot zitiert den alten Slogan "wenn dir etwas wirklich Gutes widerfährt, das ist einen Asbach-Uralt wert" Vom mehrfach namentlich genannten Weinbrand kon­su­miert er zu viel, er und Amanda werden nur von Sybil und Victor davor gerettet, sich gegenseitig umzubringen. Das Fege­feuer der Oberflächlichkeit lodert. Alles bleibt beim Alten oder auch nicht. Schließ­lich streiten das neue Paar Viktor und Sybil wie ihre Ehepartner, das Schlussbild zeigt alle vier, in Zeitlupe rennend, die Liebes­schwüre des anderen austauschbar zitie­rend. Ein Stück über die Illusion Liebe. Viel Applaus.

Bettina Schack

 

> Westdeutsche Zeitung, 31.01.2006

Noel Cowards Komödie „Die Hochzeitsreise“

lockte die Zuschauer in die Stadthalle. Das Kulturamt ist zufrieden mit dem Interesse.

Lange hatten die Wülfrather auf gutes Theater verzichten müssen. (…) Noel Cowards Komödie „Die Hochzeitsreise“ sollte ein erster Schritt (…) sein. Viele Wülfrather würde es offenbar freuen. Am Sonntag stimmten sie mit Blick auf das Engagement des Kulturamtes jedenfalls mit den Füßen ab. (…) Für die Protagonisten des Stückes kam es jedenfalls, wie es kommen musste: Amanda (Sabine Weithöner) und Elyot (Philipp Sebastian) finden wieder zusammen. Sibyl (Lena Münchow) und Victor (Christian Furrer) machen als betrogene Ehepartner aus der Not eine Tugend. Nun wird in Bäumchen-Wechsel-Dich-Manier geliebt, gestritten und versöhnt. Zwischen klebrigen Violinklängen fallen Sätze wie: „Hätte ich dich doch nie im Leben kennengelernt“. Zum Schluss scheint alles austauschbar zu sein. Die Liebe wird zur Illusion. Es ist anzunehmen, dass den Zuschauern gedankenlose Liebesschwüre zumindest an diesem Abend nicht mehr über die Lippen gekommen sind.

Sabine Maguire

 

> Winsener Anzeiger 22.02.2006

EHELEUTE IN PRÜGELLAUNE

„Hochzeitsreise“ bot beißenden Humor

Paarbeziehungen liefern schon lange Stoff zu den schönsten und unterhaltsamsten Geschichten. (…) Ausdrucksstark zeigte sich die Besetzung der Burghofbühne Dinslaken jetzt in der Winsener Stadthalle. (…) Das Theater präsentierte vier Schauspieler, die im Laufe des Stückes zur Hochform aufliefen. (…) Bühne und Kostüme wurden in Weiß gehalten – die Farbe der Unschuld. (…) Einige Plätze waren jedoch leer geblieben. So verpasste der ein oder andere das Fazit: Fasst euch an die Hände und macht Liebe jeden Tag.

Brigitte von Schenck

 

> Westdeutsche Zeitung, 12.12.2005

WENN DIE HOCHZEITSREISE ZUM ALPTRAUM WIRD

Burghofbühne Dinslaken zeigte Noel Cowards „Hochzeitsreise“

„Hochzeitsreise“ (Private Lives) gilt als Cowards Meisterwerk. Bereits 1930 uraufgeführt hat der bitterböse Reigen kein bisschen an Aktualität verloren, behandelt er doch allgegenwärtige, zeitlose Themen. (…) Schön, dass die Burghofbühne diesen Klassiker kurz vor Cowards 100. Geburtstag auf die Bühne brachte und noch dazu in einer völlig unverstaubten modernen Spielfassung. Schon das Bühnenbild verriet, woher der Wind wehte: Ein paar Scheinwerfer, eine weiße Leinwand und ein Dutzend Stühle. Mehr benötigten die vier Schauspieler nicht als Hilfsmittel, denn sie konnten sich voll und ganz auf den brillanten Text verlassen, der sanft aktualisiert und dem modernen Sprachgebrauch angepasst wurde. Die Darsteller spielen die Wortgefechte und Handgreiflichkeiten, Versöhnungen und Wutausbrüche bis ins Letzte aus, gerieten dabei mitunter an die Grenze zum Grotesken, was durch das nüchtern reduzierte Gesamtbild verstärkt wurde. Erfrischend, dass man sich nicht darauf beschränkte, einfach einen Text „abzuspielen“, sondern tiefer gehend zu interpretieren und zu reflektieren. (…) Die Inszenierung wurde dem Stoff gerecht, war zeitgemäß, aber nicht übertrieben zeitgeistig.

Marc Cechura

> Saarbrücker Zeitung 08.04.2006

MEHR SATIRE ALS LIEBESKOMÖDIE

Im Homburger Saalbau zeigte die Burghofbühne Dinslaken Noel Cowards Stück „Hochzeitsreise“

Im Homburger Saalbau wurde Noel Cowards Stück „Hochzeitsreise“ von der Burghofbühne aus Dinslaken gezeigt. Mit minimalistischem Bühnenbild setzt die Inszenierung ganz auf die Zugkraft der vier Darsteller. (…) Das Stück beginnt in bewährter britischer Tradition: alle sehr elegant, sehr snobby und so cool. (…) Lässig wie Models und Dressmen ist der erste Auftritt.

Amanda (Sabine Weithöner), Elyot (Philipp Sebastian), Sibyl (Lena Münchow) und Victor (Christian Furrer) präsentieren sich wie auf dem Laufsteg, erstarren in Posen. Dieser schöne Schein von den Titelseiten der Hochglanzmagazine wird im Schlussbild wieder aufgegriffen. Gemeinsam laufen sie in Zeitlupe glücklich lächelnd und sich alle gegenseitig ach so sehr liebend dem Meer entgegen - ein gut gewählter Rahmen als Kontrapunkt zu Handlung und. Aussage. Die Darsteller machen der Inszenierung alle Ehre. Philipp Sebastian als zynisch-blasierter Elyot, unter dessen Oberfläche die Eifersucht brodelt; und Lena Münchow mit scheinbar naivem Charme,hinter dem sie ihre Treffsicherheit im Schlagabtausch. Mit dem Gegeniiber geschickt versteckt, prallen sehr effektvoll aufeinander. Auch die etwas ,.blasseren" Charakteregewinnen Kontur mit Sabine Weithöners Mut zur schrillen Zicke Amanda und Christian Furrers gar nicht mehr so ausgeglichenen und über beide Ohren verliebten Victor.

Marion Kawohl

 

 

 

 

 

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